„Bis ich endlich perfekt bin“: über Anpassung und Perfektionismus
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„Wenn ich nur noch diese eine Sache ändere und verbessere, dann ist mein Leben endlich schön und erfüllt.“
Du weißt, was ich meine. Dieses leise Grundrauschen in deinem Leben, das dir immer wieder verspricht: nur noch eine Veränderung und DANN bist du endlich da, wo du die ganze Zeit über hin willst.
Vielleicht ist dir bisher nicht bewusst, wie stark dieser Gedanke dein Leben steuert. Anpassung ist leise und fühlt sich anfangs auch meist sicher an.
Dieser Artikel schenkt dir augenöffnende Perspektiven über Anpassung und die Sehnsucht, endlich dazuzugehören und anzukommen.

Wieso wir uns anpassen
Auf einer zutiefst menschlichen Ebene dient Anpassung deinem Überleben. Wer nicht dazugehört, überlebt nicht.
Du passt dich an.
Du verbesserst dein Selbst.
Du veränderst, was unbequem ist.
Du wirst netter, leistungsfähiger, bequemer und leiser.
Alles, weil du dazugehören möchtest. Das Paradoxe daran: Solange wir nicht wir selbst sind, können wir uns auch nicht zugehörig fühlen.
Wie sollst du dich gesehen fühlen, wenn du dich versteckst?
Wie sollst du dich geliebt fühlen, wenn du eine Version von dir präsentierst, die angepasst statt authentisch ist?
Es ist unmöglich, echte Annahme zu erleben, wenn du nicht authentisch bist. Du kannst höchstens gemocht werden für eine Identität aus Masken. Das fühlt sich aber nie richtig verbunden an. Weil du nicht in deiner Essenz in Verbindung gehst.
Die Sache mit der Sichtbarkeit
Kontrollierte Perfektion und Authentizität schließen sich aus.
Wer perfekt sein will, zeigt sich nicht vollständig.
Wer perfekt sein will, kontrolliert.
Wer perfekt sein will, schneidet Unbequemes weg und trennt sich damit von sich selbst.
Sichtbar und spürbar wirst du für andere Menschen aber dann, wenn du echt bist. Du kannst nicht gleichzeitig kontrolliert perfekt und sichtbar sein.
Das macht Angst, weil sichtbar sein dann bedeutet:
Du kannst nicht mehr steuern, wie andere dich wahrnehmen. Du kannst nur noch du sein.
Das Geschenk von authentisch sein
Authentisch sein bedeutet nicht, alles einfach nach außen zu tragen. Es bedeutet, keine innere Trennung mehr zu erzeugen.
Keine Mauer zwischen deinem Inneren und dem, was du zeigst.
Keine Brücke, die du jedes Mal überqueren musst, um „richtig“ zu wirken.
Keine Maske, die du aufbaust, um nicht ausgeschlossen zu werden.
Wenn du nichts mehr versteckst, hast du nichts mehr zu verteidigen. Und das ist dein Schlüssel zu einer riesengroßen Sehnsucht von dir: echte, tiefe, körperliche Entspannung.
Du bist. Ohne Kontrolle, Schauspiel und Anpassung. Und das reicht. Du reichst! Und wenn du reichst, fühlst du Reichtum.
Toxische Persönlichkeitsentwicklung
Unsere Gesellschaft liebt Optimierung.
„Werde die beste Version deiner selbst.“
„Arbeite an deinen Triggern.“
„Heile noch dieses Muster.“
„Wenn du erst … dann wirst du …“
Darin liegt Wahrheit. Aber eben auch ein subtiles Urteil: So wie du jetzt bist, reicht es noch nicht. Du findest für immer noch etwas zum Optimieren, zum Verbessern und zum An dir Arbeiten. In der Hoffnung, irgendwann perfekt genug zu sein, um alles zu bekommen, was du willst: Liebe. Erfolg. Zugehörigkeit. Sicherheit. Reichtum.
Das ist ein Traumaloop, keine Heilung und keine Persönlichkeitsentwicklung. Ein Loop, bei dem aus Persönlichkeitsentwicklung eine subtile Form von Selbstablehnung wird und einfach nur die nächste Anpassung auf höherem Niveau.
Dein authentisches Ich
Weder Anpassung noch Perfektion noch endlose Arbeit an dir selbst bringen dir das, wonach du dich wirklich sehnst: Wärme, Zugehörigkeit, Bedingungslosigkeit, seelische Berührung und das tiefe Gefühl von Versorgtsein.
All das entsteht, wenn keine Trennung mehr da ist. Wenn dein Inneres, das, was du nach außen zeigst, und dein tatsächliches Leben nicht mehr auseinanderfallen, sondern synchron sind.
Dein authentisches Ich ist auch kein Ziel, worauf du hinarbeitest. Es bleibt übrig, wenn du alles loslässt, was du nicht bist. Ich lehre zyklisches Leben, weil es authentisches Leben ist. Jede Tages- und Nachtform von dir darf da sein. Du musst dich nicht anpassen, sondern dich echt leben. Du lässt dich zu!
In der SOUL IN™ Welt heißt das:
In „Die Geheimnisse des weiblichen Zyklus“ geht es nicht darum, noch mehr Wissen zu sammeln. Es geht darum, diese innere Trennung aufzulösen.
Und SOUL IN™ ist kein Raum, in dem du eine bessere Version von dir wirst, sondern einer, in dem du aufhörst, jemand anderes als du selbst zu sein.
Perfekt sein ist nicht der Weg. Der Weg ist Erlaubnis.
🎧 Hör in die Podcastfolge "Perfektion", um den Artikel zu vertiefen!
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Danke!
Janne



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